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Next
Generation Networks
Als 1995 die damals kleine israelische Firma VocalTec eine PC-Software
auf den Markt brachte, die es erlaubte, mit Multimedia-PCs Sprache
über das Internet zu übertragen, hielt man diese „Internet Telefonie“ für eine
Spielerei. Ernst genommen hat man das Thema, als die ersten
Dienstanbieter einen Telefoniedienst - also Sprachkommunikation
zwischen normalen Telefonen - mit zwischen geschaltetem Internet
anboten.
Es wurde aber schnell klar, dass das „Internet“ als Träger
für Telefonie nicht gut geeignet ist. Es fehlt zum einen die
notwendige Qualität, zum anderen hat die Telefonie eine Reihe von
Leistungsmerkmalen, die über den reinen Transport von Sprache
hinausgehen.
Daher hat man den ursprünglichen „Voice
over IP“-Gedanken mit den notwendigen Erweiterungen angereichert
und hat für das zukünftige zu beschreibende paketvermittelnde
Netz, dass es erlaubt Sprach-, Multimedia- und Datendienste über
ein einheitliches Transportprotokoll zu transportieren, den
Sammelbegriff „Next Generation
Networks“ (NGN)
geprägt. – zugegeben zum Zeitpunkt der Einführung, ein nicht
glücklich gewählter Begriff ohne klare Definition.
Die Fachgruppe 5.2.3 mit dem
Titel „Next Generation Networks“ wurde im Juli 2001 mit dem Ziel
gegründet den Begriff NGN umfassender zu definieren, zu
untersuchen und zu bewerten..
Die Arbeitsgruppe trifft sich 2 bis 4 mal im Jahr. Die Ergebnisse der
Arbeiten der Fachgruppe wurden in mehreren ITG-Workshops und
-Fachtagungen der Öffentlichkeit vorgestellt, ein Verfahren, das
auch für die Zukunft geplant ist.
Derzeit (Stand Mitte 2008) hat die Fachgruppe 13 Mitglieder. Dazu
kommen noch ca. 20 Interessenten, die am E-Mail-Austausch teilnehmen.
Alle Beteiligten kommen von Netzbetreibern, aus der Industrie und aus
den Hochschulen.
Die Themenliste, die am Anfang der Fachgruppe erstellt wurde, ist sehr
umfangreich. Im Laufe der Zeit wurden einige Themen abgehandelt, andere
gestrichen und neue aufgenommen. Vor allem der letzte Punkt ist
wichtig: Die Technologie ist sehr dynamisch, neue Themen tauchen auf
und müssen evaluiert werden. Die Fachgruppe ist ständig
bemüht, der aktuellen Entwicklung zu folgen und lädt bei
Bedarf auch externe Referenten in die Fachgruppen-Sitzungen.
Es liegt in der Natur des Themas, dass viele Aspekte der
Kommunikations-Landschaft berücksichtig werden müssen. Dabei
soll keine Konkurrenz zu anderen, spezifischen Fachgruppen hergestellt
werden, sondern wo immer möglich eine Kooperation angestrebt
werden.
Themen aus der Gründung, die inzwischen abgearbeitet bzw.
geklärt sind:
- NGN - Was steckt dahinter? Begriffsdefinition – Die Definitionen
aus der Standardisierung (ITU und ETSI) werden übernommen. Obwohl
als nicht ideal erachtet, konnten keine besseren Definitionen gefunden
werden.
- VoIP versus Internet-Telefonie, welches Netz? – Die IP-Technik
hat sich durchgesetzt und auch VoIP hat inzwischen einen solchen
Stellenwert, dass diese Frage sich nicht mehr stellt.
- Architekturen (Referenz-Architektur und Referenz-Punkte,
Plattform-Gedanke, Netzelemente, Server, Evolution, Interworking
zwischen NGNs und zur bestehenden Welt, Verkehrsbetrachtungen) – Auch
hier hat die Standardisierung in ITU und ETSI eine hervorragende Arbeit
geleistet.
- Steuerprotokolle (Status von H.323, SIP, MGCP, MEGACOP, BICC,
usw.; Vergleiche z.B. SIP vs. H.323, MGCP vs. MEGACOP) – Wurde dieses
Thema im Jahre 2001 noch sehr kontrovers diskutiert, so kann man sagen,
dass sich inzwischen SIP klar durchgesetzt hat.
- Stand der Standardisierung und Stellenwert – Es wurde
beschlossen, dieses nicht mehr als eigenständiges Thema zu
betrach¬ten, sondern immer als Teil der jeweiligen Fachthemen.
Themen aus der Gründung, die immer noch aktuell sind:
- Vorteile des Einsatzes und der Migration zu NGN ? (Stichworte:
Dienste-Unterstützung, Technologien, Interconnection, globales
Roaming, QoS-Anforderungen und -Realisierungen, ...)
- Regulatorische Randbedingungen
- Dienste im NGN
- Transportnetz-Aspekte – hier gewinnt Ethernet immer mehr an Boden
mit Zusätzen, die es „carrier-grade“ machen.
- Qualitäts-Aspekte – das ist ein Dauerbrenner.
- Sicherheits-Aspekte – hier wird auf die Arbeit der neuen
Fachgruppe 5.2.2 verwiesen.
- Netzmanagement, Charging, Payment usw.
Im Jahre 2006 wurde in der Fachgruppe eine erneute Abfrage nach
interessanten Themen durchgeführt mit folgendem Ergebnis:
- IPv6 – es hat lange gedauert, aber jetzt steht die neue Version
vor der Einführung.
- Next Generation Services, Bedienbarkeit.
- Service Delivery Platform (SDP), Einsatz von SOA
- Interconnection, Nummerierung (ENUM).
- Network and Service Management, Dynamische Lasten im Netz
- IMS/FMC – Ist IMS der richtige Weg? Konkurrenz zu
„Overlay-Services“. Alternativen berücksichtigen.
- QoS über Netzgrenzen Ende-zu-Ende, Messverfahren, Monitoring
– also eine Ausweitung des Qualitäts-Themas
- Spezielle Dienste, die im NGN aufgrund ihrer Relevanz für
NGN als wichtig eingestuft werden: IPTV, Triple Play,
Multicast-Aspekte.
Ganz aktuell wurden noch folgende Themen aufgenommen:
- Next Generation Internet / „Clean Slate“ – dieser
„Grüne-Wiese“-Versuch ist hochinteressant und könnte zu neuen
Einsichten und möglichen Veränderungen der bestehenden
Infrastruktur führen.
- Interworking (physikalisch) – als Ergänzung zu den Themen
Interconnection und Regulierung.
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© 2002-2010 ITG- Informationstechnische Gesellschaft Fachgruppe 5.2.3
Stand: 23.5.2010
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